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Heilpädagogik (B.A.)

Als Heilpädagog_in sorgen Sie dafür, dass Menschen ein würdiges und möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Ihre Klient_innen sind sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Menschen mit Behinderung und Menschen im Alter. Mögliche Arbeitsfelder reichen über die gesamte Lebensspanne und betreffen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Bildung.

Steckbrief (Auf den ersten Blick)

Steckbrief (Auf den ersten Blick)
Abschlussgrad Bachelor of Arts (B.A.)
Standort Münster
Fachbereich(e) Sozialwesen
Studienvariante(n)

Vollzeitstudium in Präsenz

Studienform Vollzeitstudium
Regelstudienzeit

6 Semester

ECTS-Punkte 180
Studienbeginn Wintersemester
Bewerbungszeitraum

01.12. – 31.03.

Kosten

keine Studiengebühren, Semesterbeitrag: ca. 294 Euro

Als Heilpädagog_in Teilhabe und selbstbestimmte Lebensführung ermöglichen

Ziel der Heilpädagogik ist es, Bedingungen für eine menschenwürdige und selbstbestimmte Entwicklung und Lebensführung zu sichern bzw. wiederherzustellen. Die besondere Sorge der Heilpädagog_innen gilt sozial benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Menschen mit Behinderung und Menschen im Alter, die in problematischen Lebenssituationen stehen, die Diskriminierungen ausgesetzt sind oder deren soziale Integration erschwert ist. Heilpädagogisches Handeln will die Teilhabe und Inklusion in allen Lebensbereichen.

Im Bachelorstudiengang der katho werden Handlungsansätze, Konzepte, Interventionsformen und Methoden der Heilpädagogik gelehrt, aber auch auf unterschiedliche Fachgebiete, deren Ergebnisse, Perspektiven und Methoden zurückgegriffen. Das Studium eröffnet Ihnen eine Vielzahl an Tätigkeitsfeldern: Sie reicht über die gesamte Lebensspanne – von der Frühförderung bis zur Unterstützung von Menschen im Alter – und betrifft verschiedene Lebensbereiche, zum Beispiel Wohnangebote, Arbeit und berufliche Teilhabe, Freizeit und Bildung.

Weitere Informationen

Hintergrund

Eine der wichtigsten Aufgaben von Staat und Gesellschaft ist es, für wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Bedingungen Verantwortung zu übernehmen, die eine menschenwürdige Existenz sowie die umfassende Teilhabe und die selbstbestimmte Gestaltung von Freiheits- und Handlungsspielräumen ermöglichen. Gleichzeitig sind Staat und Gesellschaft für den Abbau jener Bedingungen verantwortlich, die genau das gefährden: Zum Beispiel materielle Armut, Ausgrenzung oder Bildungsbenachteiligung.

Das Ziel der Heilpädagogik ist es, die Bedingungen einer umfassenden Teilhabe zu sichern oder wiederherzustellen, so dass ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Ihr Berufsbild hat sich aus der inzwischen mehr als 200jährigen Geschichte pädagogisch motivierter Erziehungs- und Behindertenhilfe entwickelt. Studium, Lehre, Wissenschaft und Praxis haben in der Heilpädagogik stets einen soziohistorischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bezug.

Studienziele

Während Ihres Studiums erwerben Sie folgende Kompetenzen in den Bereichen Wissen, Können und Haltung:

  • Sie besitzen wissenschaftlich fundierte, berufsorientierte Kenntnisse aus der Allgemeinen und der Speziellen Heilpädagogik.
  • Sie können Gegebenheiten heilpädagogischer Praxis umfassend beschreiben, genau analysieren und wirksame Handlungskonsequenzen entwickeln.
  • Sie können problem- und personenangemessene Konzepte für konkrete Aufgaben der Heilpädagogik auf Basis wissenschaftlicher Theorien entwickeln.
  • Sie können mit komplexen Anforderungen der Berufspraxis angemessen umgehen, die Komplexität von Handlungssituationen bewältigen und erwerben Kompetenzen, um auch in Krisensituationen entscheidungs- und handlungsfähig zu bleiben.
  • Sie sind in der Lage, Probleme und Aufgaben in den Feldern der Heilpädagogik mit Methoden wissenschaftlicher Forschung zu durchdringen und angemessene Konsequenzen ziehen.

Studieninhalte

Die Studieninhalte sind in fünf Bereiche eingeteilt:

  • Heilpädagogik als Praxis, Profession und Wissenschaft: In der Studieneingangsphase lernen Sie ausgewählte soziale und heilpädagogische Praxisfelder kennen, deren Themen, Adressat_innen, Rahmenbedingungen und die gelebte Praxis. Sie üben Formen und Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens ein, wie zum Beispiel die Literaturrecherche, die Problemanalyse, die schriftliche Darstellung und die Präsentation von Ergebnissen. Darüber hinaus erwerben Sie ein Grundlagenwissen über die Heilpädagogik als sozio-historische Praxis der Behinderten- und Erziehungshilfe sowie der Rehabilitation als eigenständige Profession und als Fachwissenschaft. Sie lernen die Geschichte der Heilpädagogik, ihre Aufgaben und Ziele sowie Handlungsfelder, Organisation, Theorien und Konzepte heilpädagogischer Praxis kennen. 
  • Heilpädagogisches Denken und Handeln: In Verbindung mit Praxisprojekten und Praktika üben Sie konkrete Handlungskompetenzen ein. Sie erwerben Fachkenntnisse über heilpädagogische Diagnostik und methodische Schlüsselqualifikationen wie zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit, Beratungs- und Gesprächskompetenzen.
  • Gesellschaftliche und normative Grundlagen und Rahmenbedingungen: In der Heilpädagogik werden Mitarbeiter_innen häufig mit moralischen, existenziellen und spirituellen Grundfragen konfrontiert. Daher geht es in Ihrem Studium auch um das notwendige philosophische, theologische und anthropologische Orientierungs- und Reflexionswissen. Das ermöglicht Ihnen einerseits, eigenständig und verantwortlich Urteile zu bilden, aber auch eine berufsethische Orientierung zu entwickeln und sich mit den grundlegenden Werten, Normen und Maximen der Profession zu identifizieren. Darüber hinaus steht der Mensch als soziales Wesen, als Mitglied einer Gesellschaft und Gemeinschaft, als Rechtssubjekt und Bürger_in im Mittelpunkt dieses Studienbereichs. Sie lernen, politisch zu urteilen, anwaltschaftliches Engagement wahrzunehmen und sozialpolitisch im Interesse der Adressat_innen der Heilpädagogik zu intervenieren.
  • Grundlagen menschlicher Existenz und Entwicklung: Im Mittelpunkt dieses Inhaltsbereichs steht das Individuum mit seiner Entwicklung im Lebenslauf, seinen Problemen, Störungen und Beeinträchtigungen. Sie lernen, Entwicklungsprozesse von Klient_innen einzuordnen, gesundheitliche und psychische Beeinträchtigungen zu erkennen sowie Hilfe, Unterstützung und Förderung einzuleiten, zu planen, durchzuführen und zu evaluieren.
  • Konzepte in der Behindertenhilfe / Erziehungshilfe: Diesen Inhaltsbereich erarbeiten Sie sich in Form der Praxisphase II im 5. Semester. Hier begleiten Sie – unter Anleitung – Klient_innen in einem heilpädagogischen Praxisfeld, wenden exemplarisch erlernte Methoden an und verknüpfen Theorie- und Handlungswissen zu einem Handlungskonzept. Ihr Konzept nimmt dabei die konkrete Situation und Bedarfslage einer Person oder einer Personengruppe in den Blick. Die Praxisphase umfasst 79 Arbeitstage in einer Praxiseinrichtung und wird durch begleitende Seminare unterstützt. Parallel können Sie Ihre Erfahrungen im Rahmen einer Gruppensupervision reflektieren; dabei setzen Sie sich mit der eigenen Person, den Beziehungskonstellationen und Organisationsdynamiken in der Praxis auseinander. 

Der Studiengang Heilpädagogik (B.A.) beginnt in der Regel jeweils im September zum Wintersemester und findet am Standort Münster statt. Die Regelstudienzeit beträgt, einschließlich der Prüfungszeit, sechs Semester (3 Jahre).

Der Studiengang ist in Modulen organisiert, die inhaltlich auf die Studiengangsziele ausgerichtet sind. Es gibt Pflichtmodule und Wahlpflichtmodule. Ferner beinhaltet das Studium begleitete Praxisphasen. Das Studium endet mit dem erfolgreichen Abschluss aller Module und dem Verfassen der Bachelor-Arbeit.

Die Lehrveranstaltungen werden in folgenden Formen durchgeführt: Vorlesung, Seminar, Übung, Praktikum, Exkursion, Kolloquium, Projekte, Supervision. Detaillierte Informationen zu Modulstruktur, Studienverlauf und Formen der Lehrveranstaltungen sind im Modulhandbuch abgebildet – siehe Downloads.

Der Bachelor-Abschluss (B. A.) ist ein erster berufsqualifizierender und international anerkannter Hochschulabschluss. Nach erfolgreichem Studium erhalten die Absolvent_innen die staatliche Anerkennung. Der Abschluss ermöglicht den Zugang zu einem Masterstudiengang.

Praxisbezogene Studien- und Projektphasen sind ein Kernbestandteil dieses Studiums. Denn Praxisanteile, die damit ermöglichte (Selbst-)Erfahrung und die Anwendung der erworbenen Handlungskompetenzen sind unverzichtbar. Zwei Praxisphasen sind in das Studium integriert: Das „Studienprojekt 1“ in der Studieneingangsphase und das „Studienprojekt 2“ im fünften Semester.

Im Studienprojekt 1 führen Sie ein vom Praxispartner formuliertes Projektes durch, das eine zentrale Fragestellung zur Theorie und Praxis der Heilpädagogik berührt. Als Studierende_r formulieren Sie sinnvolle Projektziele, recherchieren den Stand der Forschung in dem jeweiligen Feld und entwickeln konkrete Arbeitspläne und Methoden für die Projektbearbeitung und die Evaluation. Abschließend dokumentieren und präsentieren Sie ihre Ergebnisse. Durch diesen Studieneinstieg eignen Sie sich eine Haltung forschenden Lernens an und entwickeln eigenständig unter Anleitung in den Seminaren Problemlösungsstrategien für komplexe Anforderungen in der Praxis.

Das Studienprojekt 2 legt den Schwerpunkt auf pädagogisch-therapeutische Konzepte in der heilpädagogischen Praxis und erweitert Ihre Kompetenzen, präventiv und intervenierend zu handeln. In einem selbst gewählten Handlungsfeld wenden Sie Ihr erworbenes Wissen zur konkreten Ausgestaltung heilpädagogischer Unterstützung an, setzen Handlungskonzepte und Methoden um und reflektieren Ihr Handeln in begleitenden Seminaren und Supervisionsgruppen. Das Studienprojekt 2 kann auch im Ausland stattfinden.

Weiterführende Informationen zu Praxisbezügen finden Sie auf der Praxisseite des Fachbereichs Sozialwesen Münster.

Als Absolvent_in des Bachelorstudiengangs Heilpädagogik eröffnet sich Ihnen eine Vielzahl an Tätigkeitsfeldern: Sie reicht über die gesamte Lebensspanne – von der Frühförderung bis zur Unterstützung von Menschen im Alter – und betrifft verschiedene Lebensbereiche, zum Beispiel Wohnangebote, Arbeit und berufliche Teilhabe, Freizeit und Bildung. In der Kinder- und Jugendhilfe sind Heilpädagog_innen in Tagesgruppen oder Heimen, in der Beratung und der Familienhilfe tätig. Mit Ihrem Hochschulabschluss können Sie auch die Leitung von Gruppen und Team, Bereichen oder Einrichtungen übernehmen.

Allgemeine Voraussetzung

Voraussetzung für alle Bachelorstudiengänge ist die Hochschulzugangsberechtigung. Diese besteht in der Regel mit Ihrer Fachhochschulreife oder Ihrer Allgemeinen bzw. fachgebundenen Hochschulreife. Sie erfüllen diese Voraussetzung aber auch mit einer Zugangsberechtigung, die von den zuständigen staatlichen Stellen als gleichwertig anerkannt wurde.

Weitere Voraussetzung

Weitere Voraussetzung ist ein Vorpraktikum (mind. 3 Monate) in einem heilpädagogischen bzw. heilpädagogisch relevanten Praxisfeld.

Sonderinformationen für Bewerber_innen ohne Hoch- oder Fachhochschulreife

Die katho bietet auch Bewerber_innen ohne Fach-/Hochschulreife die Möglichkeit, sich um einen Studienplatz zu bewerben, wenn sie eine bestimmte berufliche Bildung durchlaufen haben. Da nur eine geringe Anzahl von Studienplätzen für diesen Personenkreis zur Verfügung gestellt werden kann, werden die eingehenden Bewerbungen von einer Kommission einem Auswahlverfahren unterzogen. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Studierendensekretariat in Münster.

Der Bewerbungszeitraum geht vom 1. Dezember bis zum 31. März.

Die Bewerbung besteht aus zwei Teilen:

  • Online-Bewerbung
  • Nach Ihrer Online-Bewerbung müssen Sie der katho weitere Unterlagen per Post zusenden – innerhalb der Bewerbungsfrist. Eine Aufstellung der Unterlagen erhalten Sie nach Abgabe der Online-Bewerbung und auf dem Informationsblatt zur Studienplatzbewerbung des Studiengangs im Download (siehe unten).

Die postalischen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an folgende Adresse: 

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Fachbereich Sozialwesen
Piusallee 89
48147 Münster

Genaue Informationen zu den Bewerbungsunterlagen und zum Auswahlverfahren finden Sie im oben genannten Informationsblatt zur Studienplatzbewerbung

Hochschulzugangsberechtigung

Neben den genannten Zulassungsvoraussetzungen prüft die Hochschule bei internationalen Studienbewerber_innen, ob die Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung anerkannt werden kann. Ob Sie die entsprechenden Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland erfüllen, können Sie über die Zulassungsdatenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) vorab selbst überprüfen.

Sprachkenntnisse

Bei der Studienplatzbewerbung müssen Sie anhand eines der folgenden Zertifikate ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen: Test Deutsch als Fremdsprache (TestDaF), Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH-Prüfung) oder durch den Prüfungsteil Deutsch der Feststellungsprüfung. Erforderliches Sprachniveau: C1.

Weitere Informationen

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Studierendensekretariat in Münster oder an das International Office. Weitere Informationen finden Sie auch im Themenbereich „Internationales Studium".

Kontakt und Beratung

Zum Studiengang

Prof. Dr. Heinrich Greving

Professor Münster, Sozialwesen
Zum Bewerbungsverfahren

Studiensekretariat Münster

Email: info.muenster(at)katho-nrw.de

Tel.: +49 251 41767-24

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