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| Köln,

„Es war toll, einen Innovationsprozess selbst zu durchleben“ - Masterstudierende entwickeln Visionen für die Soziale Arbeit

Zukunftswerkstatt des konsekutiven Masterstudiengangs Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt ‚Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit‘

Die Studierenden bei der Arbeit mit Lego Serious Play.

Ergebnisse Lego Serious Play.

Die Studierenden bei der Projektpräsentation.

Gruppenfoto Masterstudierende Soziale Arbeit - Schwerpunkt ‚Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit‘

Mit dem Ziel, die Studierenden darauf vorzubereiten, nachhaltige Innovationsprozesse anzustoßen, zu implementieren und Rahmenbedingungen professionellen Handelns so zu gestalten, dass Innovationen ermöglicht und befördert werden, machte sich der Masterstudiengang Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt ‚Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit‘ auf den Weg  in das Haus Venusberg nach Bonn. Nach zwei langen Jahren der Pandemie, konnte die Auftaktveranstaltung „Prozessuales Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit“, die im Modul 1 „Disziplin Soziale Arbeit“ verortet ist, vom 7. bis 9. November 2022 endlich wieder außerhalb der Hochschulräumlichkeiten als Präsenztagung mit gemeinsamer Übernachtung durchgeführt werden. Als Auftaktveranstaltung ist sie konzeptionelles Kernstück des Masterstudiengangs Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Innovationsmanagement und schafft auch praktisch erfahrbare Grundlagen für das gesamte weitere Studium.

Konzeptionell wurden die Studierenden im Rahmen einer dreitägigen Zukunftswerkstatt nach Jungk et al. (1991)[1]. angeleitet, Themen- und Problemfelder der Sozialen Arbeit in den drei Phasen ‚Vergangenheit und Gegenwart‘, ‚Vision‘ und ‚Verwirklichung‘ zu bearbeiten und weiterzuentwickeln und den Prozess anschließend in der Nachbereitungsphase zu reflektieren. Die Methode ermöglichte es den 36 Masterstudierenden außerhalb der Räumlichkeiten der Hochschule drei Tage am Stück und ohne Ablenkungen durch den Hochschulalltag über den Tellerrand hinaus zu denken, ‚Neues‘ zu erschließen und eigeninitiativ einen Innovationsprozess zu erleben.

Gleichzeitig boten die in die Tagung eingebundenen gemeinsamen Mahlzeiten, Pausen und die freie Abendgestaltung die Möglichkeit des intensiveren Kennenlernens der Studierenden untereinander sowie des Studiengangteams, bestehend aus Prof. Dr. Heiko Löwenstein, Prof. in Dr. Sabrina Schmidt, Katrin Lake (wissenschaftliche Mitarbeiterin) und Mirjam Droste (wissenschaftliche Hilfskraft), welches die Tagung moderierte und begleitete.

Ein besonderes Highlight stellte der Impulsvortrag von Frau Professorin Dr. Anne Parpan-Blaser von der FH Nordwestschweiz zum Thema „Soziale Arbeit und Innovation: Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit?“ zum Auftakt der Erstsemestertagung dar, der digital für alle interessierten Hochschulmitglieder übertragen wurde. Sie bereicherte die Tagung mit ihren Themenschwerpunkten Soziale Innovation, Innovation in der Sozialen Arbeit und Gestaltung von Entwicklungsprozessen und Innovationsmanagement, die sie prominent im Fachdiskurs vertritt. Sie konnte als Gastreferentin im Rahmen der neu etablierten und gelebten Kooperation mit der FHNW und dem dortigen Masterstudiengang Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Soziale Innovation gewonnen werden. Schon im Juni war Studiengangsleiter Prof. Dr. Heiko Löwenstein mit Masterstudierenden zu Besuch in Muttenz. Und für die Kölner Summerschool war bereits der FHNW-Kollege Prof. Dr. Daniel Gredig für einen Worshop zum Publizieren in peer review gewonnen worden.

Im Anschluss an den Vortrag und die anregenden Diskussionen zu den Themen Innovationen in der Sozialen Arbeit vs. soziale Innovationen, der Gestaltung von Innovationsprozessen und der Frage nach Innovationskompetenzen und Innovationsboostern stellten die Studierenden in der ersten Phase der Zukunftswerkstatt ‚Vergangenheit und Gegenwart‘ die Meilensteine und Kritikpunkte der Sozialen Arbeit am Beispiel der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe bzw. der Klinischen Sozialarbeit vor, die sie seit den Einführungstagen im September in Kleingruppen erarbeitet hatten. So wurde im Zuge der Präsentationen und einer Verortung der Meilensteine auf der Time-Line der Sozialen Arbeit der Grundstein der Zukunftswerkstatt gelegt.

Am zweiten Tag wurden die Studierenden in der zweiten Phase, angeleitet, eine Vision der Sozialen Arbeit insbesondere für die Innovationsbereiche ‚Kinder-, Jugend- und Familienhilfe‘ sowie ‚Klinische Sozialarbeit‘ zu entwickeln. Dies erfolgte erstmalig durch den konsequenten methodischen Einsatz von Lego-Serious-Play. Diese medienpädagogische Gestaltung sollte es ihnen ermöglichen, sich von gedanklichen Barrieren zu lösen und die Soziale Arbeit frei, kreativ und innovativ zu denken. Ausgehend von den so erarbeiteten Visionen und anschließenden Diskussionen in den jeweiligen Innovationsbereichen, bildeten die Studierenden Interessengruppen zu den als zentral herausgestellten Themen, mit denen sie sich in der Phase der Verwirklichung (Phase 3) am dritten Tag der Tagung vertieft unter der Berücksichtigung von Fachdiskursen, Studien und bereits bestehenden Konzepten auseinandersetzen und konkrete Projekte für die Praxis Sozialer Arbeit entwickelten:

  • CARL mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit im ländlichen Raum
  • MPZ (Multiprofessionelle Zusammenarbeit) mit dem Schwerpunktthema multiprofessionelle Vernetzung
  • Projekt Wohngruppentalk mit dem Schwerpunktthema Vernetzung von Wohngruppen in der Heimerziehung
  • Aufklärung über psychische Erkrankungen an Berufsschulen mit dem Schwerpunktthema Aufklärung und Partizipation von Adressat_innen
  • Social Sandwich Potential mit den Schwerpunktthemen Professionalisierung und Resilienz von Fachkräften
  • Wikipart mit dem Schwerpunktthema Partizipation von Adressaten_innen in Kindertageseinrichtungen
  • One Part In - Partizipative Interessenvertretung mit den Schwerpunktthemen Partizipation von Adressat_innen und politische Lobbyarbeit mit Adressat_innen.

Am Ende der drei Tage und nach Durchlauf der drei Phasen der Zukunftswerkstatt, berichten die Studierenden in der Nachbereitungsphase, dass vor allem die zweite Phase der Visionen durch die „Kreativität im wissenschaftlichen Kontext“ und den Austausch über die unterschiedlichen Visionen sowie das Kennenlernen und Ausprobieren von Lego Serious Play als besonders bereichernd empfunden wurden und für Aha-Erlebnisse sorgten. Die Realisierungsphase (Phase 3) weckte bei den Studierenden den Ehrgeiz, die Soziale Arbeit innovativ weiterzuentwickeln und stärkte die Neugierde und Motivation für die im Zuge des Masterstudiums zu erwartende inhaltliche Vertiefung zur Entwicklung und Umsetzung von Innovationsprozessen. Die Ergebnisse werden im weiteren studienverlauf konkret in den Modulen 1, 2 (Profession Soziale Arbeit) und 6 (Innovationsmanagement) weiter genutzt. Zudem fließen sie in die Neuentwicklung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten (Modul 7) nachfolgender Jahrgänge ein.

Die Studiengangsleitung zieht sowohl auf inhaltlicher als auch auf sozialer Ebene ein positives Resümee:

„Das Erleben eines Innovationsprozesses, das im Rahmen dieser dreitägigen Veranstaltung ermöglicht wird, führt zu einem fundierten Grundverständnis von Innovationen, auf dem das weitere Masterstudium aufbaut. Dabei schließen die sozialen Lernprozesse, die sich aus der intensiven Zusammenarbeit ergeben, die Haltung und Entwicklung einer professionellen Identität sowie die Irritation von etablierten Denkmustern und Verhaltensschemata mit ein, um Innovationen zu befördern.“

 


[1] Junkg, Robert/ Müllert, Robert, N. (1991): Zukunftswerkstätten. Mit Phantasie gegen Routinen und Resignation.  München: Heyne Verlag.

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Text und Informationen

M.A. Katrin Lake

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Köln, Sozialwesen

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Prof. Dr. Heiko Loewenstein

Professor

Köln, Sozialwesen

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Prof'in Dr. Sabrina Schmidt

Professorin für Theorien, Konzepte und Methoden der Sozialen Arbeit - Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe

Köln, Sozialwesen

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